Pferdekrankheit: Hufrehe bei Pferden

Pferdekrankheit Hufrehe heilen

Pferdekrankheit: Die Hufrehe bei Pferden

pferd-versichert.de möchte neben Pferdeversicherungen auch Informationen zu Pferdekrankheiten liefern. Eine weit verbreitete Pferdekrankheit ist die Hufrehe bei Pferden.

Die Hufrehe beim Pferd wird meist durch eine zu energiereiche Fütterung ausgelöst und gilt daher als klassische Wohlstandskrankheit bei den Pferden. Besonders häufig sind von ihr die Kleinpferderassen betroffen, da diese rassebedingt nicht so viel Energie benötigen und häufig auf für sie zu üppigen Weiden gehalten werden.

An Hufrehe erkrankte Pferde leiden unter extremen Schmerzen. Die Pferde fangen an zu lahmen, weigern sich teilweise überhaupt noch einen Schritt zu tun. Da meistens die Vorderbeine betroffen sind, versuchen die Pferde diese zu entlasten, indem sie die Hinterbeine so weit wie möglich unter den Körper stellen und die Vorderbeine so weit wie möglich vorstrecken. Die Temperatur der betroffenen Hufe steigt an und die Blutgefäße am Fesselkopf pulsieren stark. Auch reagiert das Pferd schmerzempfindlich auf Druck auf die Vorderwand des Hufes oder die Sohle.

Bei der Hufrehe wird der Aufhängeapparat des Hufes, bestehend aus den Blättchenschichten von Hornwand und Huflederhaut, zerstört. Dies kann bei einer sogenannten Belastungsrehe durch eine mechanische Überanstrengung des Aufhängeapparats (z.B. bei Ausdauerleistungen bei Distanzritten oder bei ausgiebigen Galoppaden auf hartem Boden) ausgelöst werden.

Am häufigsten liegt die Ursache aber in einer Stoffwechselstörung des Dickdarms, wenn plötzlich massenhaft Kohlenhydrate in den Darm gelangen, ohne dass sich die Darmflora darauf einstellen kann. Stärke und zuckerknackende Bakterien sterben im Darm ab und geben durch ihren Tod Gifte frei, die über den Blutkreislauf in die Huflederhaut geraten und dort eine Enzymreaktion in Gang setzen, die letztlich die Trennung von Hufbein und Hornkapsel auslösen. Im Bereich der Zehenwand entzündet sich die Huflederhaut, sie schwillt an und sondert Blutserum ab. Eine Ausbreitung des geschwollenen Gewebes und des ausgetretenen Blutserums in der festen Hornkapsel kann nur dadurch erfolgen, dass die Verzahnung der Blättchenschichten von Huflederhaut und Hornwand sich auseinander dehnen. Die häufigste Ursache für diese Stoffwechselstörung sind Fütterungsfehler.

Pferdekrankheit Hufrehe

Die zweithäufigste Reheart ist die sogenannte Geburtsrehe. Dabei bleiben die Nachgeburt oder Teile davon im Uterus, worauf Giftstoffe aus der Gebärmutterwand austreten.

Nur wenn sofort ein Tierarzt hinzugezogen wird, kann die gefährliche Hufbeinsenkung und –rotation verhindert werden. Der Pferdehalter selbst sollte das erkrankte Pferd sofort auf sehr weichen Boden ruhigstellen. Außerdem hat das Pferd eine strenge Diät einzuhalten. Kraftfutter darf es gar nicht, nur Heu (am besten zweiter oder dritter Schnitt) und Stroh sind erlaubt. Das Pferd erhält vom Tierarzt entzündungshemmende Mittel und solche, die die Nierentätigkeit anregen und so den Organismus entgiften. Schmerzmittel lindern zwar die Qualen des Pferdes, können aber fatalerweise dazu führen, dass es sich wieder vermehrt bewegt und so die Probleme im Huf verstärkt. Alternativ kann auch ein Aderlass Hilfe bringen.

Des Weiteren ist ein sogenannter Rehebeschlag hilfreich. Hierbei wird der Trachtenbereich höher gestellt um den Zug der tiefen Beugesehne auf das Hufbein zu verringern und somit die Hufbeinrotation zu verhindern. Noch besser sind während der akuten Phase Hufschuhe mit dem gleichen Effekt, um dem Pferd das schmerzhafte Nageln zu ersparen.

Bis der Tierarzt einen akuten Reheschub im Griff hat, vergehen drei bis sieben Tage. Die Nachbehandlung kann bis zu vier Wochen dauern und bei einer Hufbeinsenkung erfolgt eine Heilung erst nach mehreren Monaten.

Die beste Vorbeuge gegen eine Hufrehe ist die richtige Fütterung des Pferdes. Also eine an die Leistung angepasste Kraftfuttergabe. Nur weil ein Pferd optisch nicht zu dick aussieht, schließt dies nicht automatisch eine Rehegefährdung aus. Am besten bespricht man die Fütterung des Pferdes mit dem Tierarzt. Besondere Vorsicht ist beim Anweiden der Pferde geboten und zwar nicht nur zu Beginn der Weidesaison, sondern auch beim Umweiden auf gut nachgewachsene Weiden. Pferde, die schon einmal eine Futterrehe hatten, sind extrem rückfallgefährdet und daher noch vorsichtiger anzuweiden.

Wird ein Pferd vor der Erkrankung an Hufrehe mit der passenden Pferdeversicherung versichert, dann zahlt die Krankenversicherung für Pferde auch sämtliche Behandlungskosten der Hufrehe.

 

Text und Fotos: Stiftung klassische Dressur e.V.

 

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