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Pferdekauf

Pferdekauf - der Start in den Reitsport

 

Den Pferdekauf gründlich planenEin eigenes Pferd zu besitzen ist bestimmt für viele Tierliebhaber und Reiter sehr verlockend. Doch lohnt es sich, deshalb ein eigenes Pferd zu kaufen?

 

Es gibt einige Überlegungen, die man zum Thema Pferdekauf im Vorfeld anstellen sollte. Zum einen stellt sich die Frage nach der Unterbringung, nachdem das Pferd gekauft wurde. Hier reicht nicht wie bei einem Hamster ein kleiner Käfig. Man benötigt einen Stall oder einen Platz in einer Reitanlage, in der man sein Pferd unterbringen kann. Außerdem benötigt ein Pferd auch Bewegung und Futter. Täglich muss das Pferd mit Wasser, Stroh und Heu sowie Zusatzfutter versorgt werden. Das bedeutet für den Pferdebesitzer, dass er auch ein gewisses Maß an Zeit für das Tier aufwenden muss. In einer Reitanlage werden die Tiere zwar gegen Entgelt versorgt, aber man hätte, wenn man sich nicht selbst um das Tier kümmert, auch keine direkte Bindung zu dem Pferd.

Auch der finanzielle Aspekt eines Pferdes sollte vor dem Pferdekauf geklärt werden. Wer das erste mal einen Pferdekauf plant der muss sich ganz genau informieren, was an Unkosten auf den neuen Pferdehalter zukommt. Es bleibt nicht nur beim Ankaufspreis des Pferdes und den monatlichen Boxenkosten. Ganz im Gegenteil: der Schmied, der Tierarzt, die Tierversicherung, die Ausrüstung usw. fallen jeden Monat in kalkulierbarer und auch unkalkulierbarer Höhe an. Erleidet das Pferd eine Kolik, so sollte der zukünftige Pferdehalter die 4.000 Euro parat haben, ob er es voran so geplant hat, oder nicht.

Ebenso wichtig ist es, sich vor dem Pferdekauf Gedanken darüber zu machen, wie weit die eigenen Reitkenntnisse gehen. Nicht alle Reiter kommen mit jedem Pferd zurecht. So ist es sehr empfehlenswert, sich im Vorfeld über die Eigenschaften des Pferdes zu informieren. In der Regel sollte man vor dem Pferdekauf Kontakt zum Besitzer aufnehmen. In diesem Kontakt können Fragen nach Gewohnheiten und Charaktereigenschaften des Tieres geklärt werden. Nach Möglichkeit sollte auch ein Proberitt mit dem Besitzer vereinbart werden. Es empfiehlt sich das Pferd selbst aufzuzäumen, um zu sehen, wie gut das Tier mit dem Sattel und dem Zaumzeug zurechtkommt. In dem Gespräch mit dem Besitzer lässt sich auch am Verhalten des Pferdebesitzers festmachen, ob es sich um eine Person mit Sachverstand handelt oder nicht. Der Käufer des Pferdes sollte dem Verkäufer auch Fragen nach früheren Verletzungen und oder aktuellen Krankheiten stellen. Wenn der Verkäufer ausweichend antwortet oder auch einen Proberitt aus fadenscheinigen Gründen verweigert, sollte man überdenken, ob man dieses Pferd wirklich kaufen möchte. Ebenso ist es ratsam, den Reitlehrer oder einen Freund mit zum Erstgespräch zu nehmen. Diese haben meist einen hilfreichen und unabhängigen Blick auf den Pferdekauf.

Ankaufsuntersuchung vor dem Pferdekauf ist wichtig

Pferdeversicherung für den PferdekaufEine Ankaufsuntersuchung vor dem Pferdekauf ist besonders wichtig. Nicht jede Krankheit, die ein Pferd haben kann, ist von vornherein sichtbar. Ein Lahmen oder kahle Stellen im Fell lassen sich leicht auch von einem Laien erkennen aber Krankheiten der inneren Organe oder Verschleiß der Gelenke und ähnliche Befunde lassen sich nicht auf den ersten Blick feststellen. Hierzu sollte man einen Tierarzt des Vertrauens mit einer Ankaufsuntersuchung bei dem Pferd für das man sich interessiert durchführen lassen. Diese Ankaufsuntersuchungen, die zum Teil auch als TÜV bezeichnet werden, können als zwei verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Da ist zum einen die sogenannte Standarduntersuchung. Bei dieser werden Herz und Lunge abgehört, die Haut und das Fell kontrolliert. Zudem wird die Temperatur des Pferdes gemessen und ebenso der Puls und die Atemfrequenz kontrolliert. Im Anschluss wird dieses Pferd noch weiter auf Krankheitssymptome untersucht. Dazu wird das Nervensystem, die Augen, das Herz, das Maul und das Atmungssystem einer Kontrolle unterzogen. Auch der Kot wird auf eventuelle Parasiten geprüft. Zuletzt werden noch die Beine einzeln gebeugt, um eventuelle Schmerzen in den Gelenken feststellen zu können. Im Anschluss wird das Pferd noch im geraden Trab und in engen Kurven begutachtet. Im Rahmen der letzten Untersuchung zeigt sich auch, ob das Pferd ausreichend konditioniert ist, ob Husten oder ein Ausfluss sowie Atemgeräusche oder Lahmheit vorliegen. Sollten während dieser Untersuchungen Auffälligkeiten auftreten oder man den Verkäufer misstrauen, empfiehlt sich eine zusätzliche Blutuntersuchung, in der eventuelle Gaben von Schmerzmitteln oder anderer Medikamente festgestellt werden können. Allein schon das Ansprechen dieser Blutprobe lässt einen eventuellen Betrüger meist schon von einem Verkauf zurücktreten. Es ist empfehlenswert alle festgestellten und ausgeschlossenen Symptome in einem Bericht festzuhalten.

Die große Untersuchung, also der sogenannte große TÜV, beinhaltet beim Pferdekauf die Standarduntersuchung aber auch Röntgenaufnahmen von den Beinen, eventuell endoskopische Untersuchungen oder auch Spermaproben oder Ultraschalluntersuchungen können bei der großen Untersuchung zur Beurteilung der Gesundheit des zu kaufenden Pferdes mit herangezogen werden. Besonders wichtig ist, dass der Tierarzt diese Art Untersuchungen bei Pferden schon des Öfteren gemacht hat. Weiterhin sollte er sich von einer eventuellen Haftung hinsichtlich seiner Ergebnisse bei der Untersuchung nicht entbinden. Alle Ergebnisse sollten mit eventuellen Röntgenbildern und Blutprotokollen in einem ausführlichen Bericht zusammengefasst werden. Sicherlich ist die große Untersuchung für ein Freizeitpferd oder Reitpony nicht unbedingt von Nöten. Bei Pferden, die im Leistungssport oder in der Zucht eingesetzt werden sollen, empfiehlt sie sich aber allemal.

Das Pferd ist da, jetzt sollte es versichert werden

Zum ersten Pferdekauf die passende Pferdeversicherung wählenNachdem ein Pferd gekauft wurde, sollte man es schnellstmöglich versichern. Es empfiehlt sich, sich noch vor dem Pferdekauf über die verschiedenen Arten der Pferdeversicherung zu informieren. Da viele Arten der Pferdeversicherung angeboten werden, lohnt sich ein Vergleich. Wichtig ist auch, sich darüber im Klaren zu sein, welche Tierversicherung man für das neue Pferd abschließen möchte. Eine Pferdehaftpflicht ist wohl die wichtigste Versicherung für das Pferd. Wie schnell bricht ein Pferd von einer Koppel aus und kann dann, wenn es frei herumläuft, einen immensen Schaden verursachen. Doch nicht nur dieses Risiko besteht sondern auch das Risiko, das es einen Personenschaden verursacht. Je nachdem für welchen Zweck man das Pferd angeschafft hat, kann es auch zu einem Reitunfall kommen, bei dem ein Reiter zu einem schweren Personenschaden kommt. Für diesen Schaden muss dann unter Umständen der Pferdebesitzer aufkommen.

Auch eine Pferde Krankenversicherung kann den Pferdebesitzer vor hohen Behandlungskosten schützen. Ergänzend zur Pferdehaftpflicht wird auch die Pferde OP Versicherungen angeboten, diese treten ein, wenn ein Pferd zum Beispiel nach einer Verletzung operiert werden muss. Die Pferde Rechtsschutzversicherung kann in Streitfragen rund um das Pferd oder durch das Pferd verursachte Schäden die Kosten für einen dann anfallenden Rechtsstreit abdecken.

Einige Anbieter der Pferdeversicherung bieten sogenannte Versicherungspakete an, bei diesen werden die zu zahlenden Prämien der Einzelversicherungen geringer um so mehr Einzelversicherungen in dem Paket enthalten sind. Auch hier lohnt sich allerdings die Überlegung, welche Versicherung überhaupt benötigt wird. Dieses sollte man von der Art der Verwendung des Pferdes abhängig machen. Die am häufigsten abgeschlossenen Pferdeversicherungen sind die Pferdehaftpflicht und die Pferde Krankenversicherung.

Pferd gekauft, das Tier ist aber nicht gesund

Sollte ein Pferd nach dem Pferdekauf Krankheitssymptome oder eine verdeckte Krankheit aufweisen, steht man vor einem Problem. Bei einem Auto, einem Elektrogerät oder egal welchen Waren, besteht in der Bundesrepublik eine sogenannte Garantie. Diese besagt das man den Gegenstand über einen Zeitraum von 2 Jahren tauschen oder reparieren lassen kann ohne das dem Käufer Kosten entstehen. Doch wie ist es bei einem Pferdekauf? Gibt es auch hier so etwas wie eine Garantie? Eigentlich sollte ja eine Ankaufuntersuchung so etwas ausschließen. Allerdings wird diese nicht bei jedem Pferd durchgeführt. Sollte es also zu einem Streitfall kommen, sollte zunächst einmal ein Tierarzt feststellen, welche Erkrankung vorliegt und ob sich feststellen lässt, ob diese Erkrankung schon beim Pferdekauf vorlag.

In diesem Fall ist es meist so, dass der Händler oder Verkäufer das Tier zurücknehmen muss oder für die Kosten der Behandlung aufkommen sollte. Die Bestimmungen, die bei einem Pferdekauf gelten, sind im BGB festgehalten. Somit existiert hier zumindest ein eindeutiges Recht. Nur wie es im Einzelfall ausgelegt werden kann ist zum Teil recht schwer zu entscheiden. Wichtig hierbei sind auch die Modalitäten, die im Kaufvertrag festgehalten wurden. In der ersten Zeit nach dem Pferdekauf muss der Händler nachweisen, dass das Tier gesund war. Nach Ablauf einiger Zeit kehrt sich dann die Beweislast um. Auf alle Fälle sollte man in solchen Streitfragen einen Anwalt für das Pferderecht konsultieren, der sich in diesen Rechtsfragen auskennt. Passende Rechtsanwälte findet man meist im Internet oder auf Nachfragen bei Berufskollegen. Einige Reitställe oder Pferdezüchter können hier vielleicht Empfehlungen aussprechen oder weitere Ansprechpartner benennen.

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