Giftige Pflanzen auf der Pferdeweide

Giftpflanzen Pferde Weide


Sorglos schnaubende Pferde, die auf satten Wiesen grasen und mit ihren Schweifen hin und wieder die Fliegen verscheuchen – so wünschen wir uns den Anblick unserer geliebten Tiere. Doch oft genug trügt diese Idylle, da sich auf den Wiesen und Weiden giftige Pflanzen tummeln, die den Pferden schaden und sogar zu einem meist qualvollen Tod führen können. Während die einen Pflanzen unmittelbar Symptome hervorrufen, so gibt es auch solche, die schleichend vergiften. Die Toxine reichern sich im Körper des Pferdes an und wenn dann nach Monaten oder gar Jahren erste Anzeichen einer Vergiftung deutlich werden, sind Organe oft schon irreparabel geschädigt. Um dies vermeiden zu können, müssen wir die Übeltäter erkennen. Dieser Artikel soll einige häufige Arten samt den vorkommenden Vergiftungssymptomen vorstellen.

Traurige Berühmtheit erlangte in den letzten Jahren das Jakobskreuzkraut. Die bis zu 1 m hohen Gewächse mit den goldgelben Blüten gehören zu den Giftpflanzen, deren Symptome sehr spät auftreten. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn das Pferd immer wieder davon gefressen hat. Denn hat es die Blume erst einmal ins Heu geschafft, verliert sie ihre Bitterstoffe – nicht aber ihre Giftigkeit. Die ersten Anzeichen einer Vergiftung durch Jakobskreuzkraut sind sonnenbrandähnliche Ekzeme der Haut. Diese werden durch sich schrittweise verschlimmernde Leberschäden hervorgerufen, mit der Zeit kommt es zu Konditions- und Gewichtsverlust. Erfolgt kein therapeutisches Eingreifen wird auch das zentrale Nervensystem angegriffen, was zu extremer Unruhe und ziellosem Hin- und Herlaufen führt. Daher rührt auch der englische Name der Erkrankung: Walking Disease.

Eine weitere Gefahr im Heu sind die Schachtelhalm-Arten, allen voran der Acker- und der Sumpf-Schachtelhalm. Ist das Heu zu etwa 20 % mit Acker-Schachtelhalm verunreinigt, kommt es zu Vergiftungssymptomen wie Abmagerung, Verdauungsstörungen sowie Taumeln. Bei gleicher Menge Sumpf-Schachtelhalm führt das Fressen des kontaminierten Heus nach einem Monat zum Tod des Pferdes. Schachtelhalme sind urzeitliche Pflanzen, die unter anderem deswegen recht gut zu erkennen sind. Wie kleine Tannenbäumchen sehen sie aus und man findet sie oft auf Weiden (Acker-Schachtelhalm) beziehungsweise in Naturschutzgebieten (Sumpf-Schachtelhalm).

Die bekannteste Giftpflanze auf unseren Pferdeweiden dürfte der Hahnenfuß sein, auch unter dem Namen Butterblume bekannt. Erfasst sind über 60 verschiedene Arten, am häufigsten aber kommen der Scharfe und der etwas kleinere Kriechende Hahnenfuß vor. Giftig ist die Blume mit den zarten, buttergelben Blüten sowohl für Mensch als auch für Tier. Dies scheinen Weidetiere zu wissen – jedenfalls rühren sie die Blumen in aller Regel nicht an. Frisst ein Pferd aufgrund von starker Überweidung doch einmal davon, kommt es zu Durchfällen, blutigem Urin und Veränderungen der Mundschleimhaut. Immerhin im getrockneten Zustand sind die Blumen ungiftig, sodass sie im Heu keine Gefahr mehr darstellen.

Was im Frühling der Krokus ist, das ist im späteren Jahresverlauf die Herbstzeitlose. Die kleinen Pflänzchen mit den rosa-violetten, aufrechten Blütenkelchen sehen den Frühjahrsboten zum Verwechseln ähnlich und finden sich vor allem auf feuchten Wiesen und in Auenwäldern beziehungsweise an deren Rand. Ihre klebrigen Samenkapseln bleiben an den Hufen der Pferde hängen und können sich so ungestört vermehren, da die Tiere sie einfach davon tragen und andernorts wieder festtreten. Während dieser Prozess für das Pferd nicht zu Problemen führt, verhält es sich beim versehentlichen Aufnehmen der Pflanze schon anders. Die Vergiftung beginnt bereits nach wenigen Stunden mit Nahrungsverweigerung, Kreislaufstörungen, Schweißausbrüchen und Koliken mit blutigem Durchfall. Werden größere Mengen der Herbstzeitlosen gefressen, kann dies sogar zum Tod durch Atemlähmung führen.
Eine Weide am Waldrand birgt weitere Gefahren. So ist beim Mähen generell Vorsicht geboten, vor allem aber im Bezug auf den Adlerfarn. Die bis zu 2 m hohe Pflanze behält ihre Giftigkeit nämlich auch im trockenen Zustand und darf unter keinen Umständen ins Heu gelangen. Mit seinen hellgrünen, zweifach gefiederten Blättern, die im Anfangsstadium noch eingerollt sind, ist er immerhin leicht zu erkennen. Vergiftungssymptome sind vor allem Störungen des Zentralen Nervensystems und Ataxien. Auch das Einatmen der Sporen über einen längeren Zeitraum kann gefährlich werden.

Als letztes sei noch die Eibe genannt. Der hübsche Nadelbaum mit den schwarz-grünlichen Nadeln ist mittlerweile aus Parks und von öffentlichen Wiesen weitgehend verschwunden, da an ihm so gut wie alles giftig ist. Charakteristisch sind die attraktiven, roten Beeren, die der Baum im Herbst präsentiert. Doch für Menschen, Pferde und Haustiere ist höchste Vorsicht geboten: 100 bis 200 g der Nadel - was in etwa einem kleinen Zweig entspricht - reichen aus, um ein durchschnittlich großes Pferd in wenigen Minuten zu töten. Der Tod tritt hier durch die Lähmung von Herz und Lunge ein. Zu erkennen ist die Vergiftung an unmittelbar auftretendem vermehrtem Speichelfluss, Schaum vor dem Maul, Durchfall oder Verstopfung sowie den dazugehörigen starken Krämpfen in Magen und Darm.

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