Impfen zum Schutz der Katze

Impfen zum Schutz der Katze unbedingt regelmäßig auffrischen

Zunächst muss gesagt werden, dass im Bereich der Impfungen bei Katzen keine einheitliche Meinung unter den Tierärzten vorliegt. Daher kann hier nur eine Empfehlung gegeben werden, die sich auf die American Association of Feline Practitioners (AAFP) und die Academy of Feline Medicine (AFM) bezieht. Sowohl die AAFP als auch die AFM sind weltweit führend auf dem Forschungsgebiet der Katzenkrankheiten und möglichen Impfstoffe. Bereits 1998 konnte der "Vaccination Report" vorgelegt werden, der das bis dato gängige Impfschema auflösen und neue Empfehlungen vorgeben sollte. Trotz der langen Zeit von 14 Jahren sind die Empfehlungen des Vaccination Reports noch lange nicht bei allen Tierärzten in die tägliche Praxis übergegangen. Kritiker sehen den Grund hauptsächlich in der Vergrößerung des Impfintervalls, das für die Tierärzte geringere Einnahmen bedeutet.

Grundsätzlich werden die Impfungen für die Katze in "core und non-core vaccination", sprich Hauptimpfungen und optionalen Impfungen unterschieden. Zu den notwendigen Impfungen gehören:

Katzenseuche: Hier sollte eine Grundimmunisierung im Welpenalter stattfinden und eine Auffrischung mit einem Jahr. Danach ist eine Revakzinierung nur alle drei Jahre nötig.

Katzenschnupfen: Hier sollte ebenfalls eine Grundimmunisierung im Welpenalter erfolgen und nach einem Jahr eine Auffrischung. Die Revakzinierung ist gleichfalls lediglich alle drei Jahre notwendig.
Zu bedenken ist jedoch, dass eine Impfung gegen Katzenschnupfen nie einen vollständigen Schutz bieten kann. Es ist immer möglich, dass die Krankheit trotz Impfung ausbricht. Darüber hinaus wird empfohlen, nur gegen die Erreger Herpes- und Calicivirus zu impfen. Der oftmals mit enthaltene Wirkstoff gegen Chlamydien ist als überflüssig zu werten. Eine Infektion mit diesem Erreger ist keinesfalls lebensbedrohlich und stellt in der Regel nur in großen Gruppen, beispielsweise in Tierheimen oder Zuchten ein Problem da.

Alle weiteren Impfungen sind nur bei einem realen Ansteckungsrisiko zu empfehlen. Hier gilt es den Nutzen der Impfung, den Risiken gegenüberzustellen und im Einzelfall eine Entscheidung zu treffen.

Tollwut: Die Impfung gegen Tollwut wird gerne bei Freigängern praktiziert, um die Ansteckungsgefahr bei infizierten Tieren, wie Füchsen zu verhindern. Hier sollte allerdings bedacht werden, dass die Zahl der infizierten Tiere deutlich rückläufig ist. So gab es 1986 noch 351 infizierte Hunde und Katzen, bereits zehn Jahre später lag die Anzahl bei acht (!) Fällen. Ob der Freigänger wirklich eine Tollwutimpfung benötigt hängt demnach maßgeblich von dem Wohnort und dem Reiseverhalten des Tierhalters ab. Bei Auslandsreisen mit der Katze wird in den meisten Fällen eine Impfung gegen Tollwut vorgeschrieben. Bleibt die Katze im Inland und soll eine Tollwutimpfung erhalten, ist auch hier eine Grundimmunisierung im Welpenalter und eine Auffrischung nach einem Jahr ratsam. Die Revakzinierung kann folglich ebenfalls alle drei Jahre erfolgen.

Feline Leukämievirus-Infektion, kurz FeLV: Bei FeLV handelt es sich nicht automatisch um Leukose, wie fälschlicherweise oftmals angenommen. Vielmehr beschreibt Leukose einen Sammelbegriff für Krankheiten, die durch Tumore, etwa Lymphome, Leukämie, Fibrosarkome und weitere gekennzeichnet ist. Zwar können auch durch FeLV Tumore entstehen, doch bei den meisten Lymphomen etc. handelt es sich nicht um FeLV als Ursache. Geimpft werden kann jedoch nur gegen FeLV. Hier empfiehlt die AAFP demzufolge auch nur Tiere zu impfen, die mit infizierten Artgenossen in Kontakt kommen können. Geimpft werden dürfen jedoch nur Katzen, die FeLV negativ sind. Daher muss das Tier im Vorfeld getestet werden.

Bei der Dauer des Impfschutzes haben sich über die Jahre unterschiedliche Intervalle ergeben. Zunächst wurde eine jährliche Impfung empfohlen, die jedoch in der Häufigkeit nur aufgrund mangelnder Forschungsergebnisse zustande kam. Es wird davon ausgegangen, dass infizierte Tiere zwar den Erreger ausscheiden, alle mit ihnen zusammenlebenden Artgenossen, über die Dauer allerdings immun werden. Gefährdet sind demnach in erster Linie junge Tiere. Eine persönliche Empfehlung von Professor Hans Lutz aus Zürich, der im Bereich des Immunschutzes nach FeLV-Impfungen forscht, lautet demnach: "Katzen, bei denen ein Kontakt mit FeLV nicht ausgeschlossen werden kann, sollten im Alter von neun und zwölf Wochen grundimmunisiert und danach bis zum 3. Lebensjahr jährlich gegen FeLV geimpft werden, ab dann nicht mehr."

Feline infektiöse Peritonitis, kurz FIP: Die Impfung gegen FIP wird sowohl in den USA als auch in Deutschland stark diskutiert. Tests haben ergeben, dass der Impfwirkstoff bei Weitem nicht so zuverlässig ist, wie die Hersteller behaupten. Daher wird auch nur bei Katzen eine Impfung empfohlen, die in einem Haushalt leben, der bereits von FIP betroffen war. Grundsätzlich sollte hier bedacht werden, dass vermutlich rund 80 Prozent aller Katzen das Coronavirus in sich tragen. Bevor das Virus jedoch zu der unheilbaren FIP-Variante mutiert, müssen wahrscheinlich äußere Faktoren eine Rolle spielen. Vermutlich ist die Mutation Stress bedingt und daher in erster Linie ein "Immungeschehen". Häufig tritt FIP bei jungen Katzen auf, die in ein neues Zuhause einziehen und dadurch Stress ausgesetzt sind.

Inwieweit eine Impfung für reine Hauskatzen und Freigänger sinnvoll ist, hängt maßgeblich von der individuellen Situation ab. Eine einzelne Hauskatze wird vermutlich nur eine Grundimmunisierung und eventuell die Auffrischung nach einem Jahr benötigen. Für den Freigänger kommen gegebenenfalls auch optionale Impfungen infrage, wobei das tatsächliche Risiko einer Infektion im Auge behalten werden sollte.

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