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Pferdeversicherung: Pferdekrankenversicherung bei Hufrolle
Das Schreckgespenst Hufrollenerkrankung ist wohl schon durch so ziemlich jeden Stall gegeistert. Vor gut 20 Jahren bedeutete diese Diagnose meistens das Ende der Laufbahn als Sport-, manchmal sogar auch des Reitpferdedaseins. Zum Glück ist dies heutzutage nicht mehr der Fall.
Die finanziellen Risiken der Hufrolle können mit Hilfe der Pferdekrankenversicherung und der Operationskostenversicherung abgefedert werden.
Aber was ist überhaupt eine Hufrollenerkrankung?
Man konnte meinen, die Hufrolle sei ein bestimmter Knochen im Huf des Pferdes. Tatsächlich handelt es sich um einen Bereich im Huf des Pferdes der sich aus dem Strahlbein, der tiefen Beugesehne und dem Hufrollenschleimbeutel zusammensetzt. Der wohl häufigste Fall der Hufrollenerkrankung ist die Veränderung am Strahlbein. Es entsteht daraufhin eine Entzündung und das Pferd lahmt. Bei der Lahmheitsdiagnostik in Form der diagnostischen Injektionen zeigt sich dann meistens, dass beide Vorderbeine von der Lahmheit betroffen sind.
Die möglichen Ursachen der Hufrollenerkrankung sind vielfältig. Es kann eine genetische Disposition vorliegen oder es wurde bei dem jungen Pferd nicht ausreichend auf eine korrekte Huf- und damit Beinstellung geachtet, sodass sich eine Fehlstellung manifestiert hat, die dann unter Belastung zur Erkrankung führt. Auch fehlerhaftes Reiten (Pferd läuft auf der Vorhand) oder einer Überbelastung (z.B. ständiges Reiten auf zu tiefen Böden) kann zu einer Hufrollenerkrankung führen.
Ist die Diagnose eindeutig gestellt (noch vor 10 Jahren wurde diese häufig zu Unrecht gestellt, da die diagnostischen Möglichkeiten nicht so gut waren), ist zunächst die Entzündung zu behandeln. Der weitere Weg bestimmt sich danach, welche Form der Hufrollenerkrankung vorliegt. Generell ist darauf zu achten, dass die Hufe des Pferdes in eine korrekte Stellung gebracht werden, eventuell ist auch ein orthopädischer Beschlag mit Rundeisen und Polster sinnvoll, um den Hufrollenbereich vermehrt zu entlasten. Es ist aber meistens auch möglich, die Pferde weiterhin barhufig laufen zu lassen.
Da es sich bei der Hufrollenerkrankung meistens um eine chronische Erkrankung in Form von Veränderungen am Knochen handelt, ist diese nicht mehr heilbar. Es können jedoch die Beschwerden bekämpft und damit auch wieder eine reiterliche Nutzung des Pferdes erreicht werden. Dies geschieht in der Regel dadurch, dass die Durchblutung in diesem Bereich verbessert wird, z.B. durch durchblutungsfördernde Medikamente.
Es gibt auch die Möglichkeit einer Gefäßchirurgie. Des weiteren können Injektionen von künstlicher Gelenkschmiere in das Hufgelenk zu einer Besserung führen. Welches der beste Weg für das betroffene Pferd ist, sollte ausführlich mit dem Tierarzt besprochen werden. Hierbei ist auf jeden Fall auch zu berücksichtigen, wie das Pferd gehalten wird und wie die Bodenverhältnisse auf Weide/Paddock und Reitplatz sind. Auf jeden Fall ist von besonderer Wichtigkeit, dass das Pferd sich ausreichend bewegt, um eine vermehrte Durchblutung des Hufrollenbereiches zu gewährleisten. Insofern ist es meistens nicht ausreichend, das Pferd auf eine Weide zu stellen. Sicherlich mag es „Kandidaten“ geben, die sich auf der Weide viel bewegen. Meistens stehen die Pferde aber mehr oder minder herum.
Daher sollte das Pferd nach der Behandlung und schonendem Aufbautraining wieder als Reitpferd genutzt werden. Man sollte sicherlich das Überwinden von vielen und hohen Hindernissen vermeiden, aber gute dressurmäßige Arbeit, die zu einer vermehrten Entlastung der Vorhand führt, hat noch nie geschadet und ist bei einer Schädigung des Hufrollenbereiches ganz besonders wichtig.
Text: Stiftung klassische Dressur
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