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Pferdekrankheit: Borreliose beim Pferd
Eine Pferdeversicherung kann den Besitzer zwar vor finanziellen Folgen einer Pferdekrankheit schützen, aber leider kann sie die Leiden des Pferdes nicht lindern. Daher steht die Vorbeugung an erster Stelle, damit die Pferdeversicherung bestenfalls nicht beansprucht werden muss und das Pferd gesund ist.
Mit Beginn des Frühlings tauchen leider alljährlich wieder diverse Plagegeister der Pferde auf. Dazu gehören auch die Zecken – volkstümlich Holzbock genannt. Diese ist einer der häufigsten Überträger der Borreliose, einer bakteriellen Infektion.
Die Borreliose beim Pferd ist wissenschaftlich nur sehr wenig erforscht. Es gibt sogar Tierärzte, die der Ansicht sind, dass Pferde daran nicht erkranken können. Allerdings handelt es sich dabei doch um eine deutliche Minderheit. Die mit der Borreliose einhergehenden Symptome sind sehr vielfältig. Ganz typisch ist die sogenannte intermittierende Lahmheit. Dabei handelt es sich um Lahmheitsschübe, die immer wieder an unterschiedlichen Stellen auftauchen, unterbrochen von Phasen, in denen das Pferd klar läuft. Häufig sind dabei die Gelenke geschwollen oder es bilden sich Wasseransammlungen unter der Haut. Auch haben die Pferde häufig Hautprobleme und leiden unter einer extremen Schmerzempfindlichkeit der Haut. Im fortgeschrittenen Stadium wird vermutet, dass auch das zentrale Nervensystem angegriffen wird, was zu Ataxien führen kann.
Der für die Krankheit typische Leistungsabfall rührt vom schwachen Fieber her, das die Borreliose häufig begleitet.
Das schwierige bei der Borreliose ist aber die Diagnose der Krankheit. Hinter den diversen Symptomen können sich vielfältige andere Krankheiten verbergen. Also sollten diese zunächst als mögliche Ursache ausgeschlossen werden. Soweit dies der Fall ist, kann das Blut des Pferdes auf Antikörper gegen den Erreger getestet werden. Allerdings bringt auch diese Untersuchung häufig keine eindeutige Diagnose, da es Pferde mit hohem Antikörper-Wert gibt, die aber keinerlei Symptome zeigen und umgekehrt. Wichtig ist es, die Diagnose möglichst frühzeitig zu stellen, um die Krankheit erfolgreich behandeln zu können.
Eine Behandlung der Borreliose erfolgt mit hochdosierten Antibiotika über einen Zeitraum von mindestens 14 Tagen – durchschnittlich sogar fünf bis sechs Wochen. Danach muss meistens noch eine Behandlung von organischen Veränderungen und der antibiotikageschädigten Darmflora erfolgen.
Einen Borreliose-Impfstoff für Pferde gibt es leider noch nicht, da es diverse Unterarten des Erregers gibt, was die Entwicklung eines Impfstoffes extrem schwierig macht. Es gibt Tierärzte, die ersatzweise den Hundeimpfstoff verwenden. Zeckensprays und –puder bieten keinen zuverlässigen Schutz. Auch die bei Hunden und Katzen eingesetzten Zeckenmittel lassen sich nicht auf Pferde ummünzen, da der in die Haut eindringende Wirkstoff so hoch dosiert werden müsste, dass er wie Gift auf das Pferd wirkt.
Je länger die Zecken Blut saugen, umso größer ist das Übertragungsrisiko. Daher bleibt dem Pferdebesitzer als vorbeugende Maßnahme nur eine Untersuchung seines Pferdes nach jedem Ausritt und Weidegang auf Zecken. Die Zecken setzen sich am liebsten an die Innenseiten der Schenkel oder an andere Stellen, wo die Haut warm und dünn ist. Eine Entfernung erfolgt am besten mit einer speziellen Zeckenzange, wobei darauf zu achten ist, dass der Kopf der Zecke nicht im Pferd verbleibt. Auf gar keinen Fall die Zecke mit Uhu oder Öl ersticken. Im Todeskampf sondern sie dann nämlich eine extrem große Ladung Bakterien ab.
Text: Stiftung klassische Dressur e.V.
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