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Pferdehusten - Ursachen und Behandlung

Nicht erst warten, bis die Tierversicherung die Rechnungen zahlt - die Pferdeerkrankung Pferdehusten muss ernst genommen werden Pferdehusten ist ein sehr brisantes Thema im Reitsport. Nicht nur wir Zweibeiner leiden im Winter vermehrt unter Atemwegserkrankungen, auch die Pferde sind jetzt häufiger davon betroffen.

Zum Einen gibt es natürlich den infektiösen Husten – ausgelöst durch z.B. Influenza- oder Herpesviren. Eine bakterielle Infektion z.B. durch Streptokokken oder eine Ansteckung mit Lungenwürmern bei Eseln oder Maultieren kommen ebenfalls als mögliche Ursache für eine Atemwegserkrankung in Betracht.

Die eigentliche Hauptursache für Pferdehusten sind aber immer noch die schlechten Haltungsbedingungen. Es wird geschätzt, dass bei 80 Prozent aller Pferde die Atemwege infolge hoher Ammoniak-, Schimmel- oder anderer Pilzsporen- und Staubbelastungen angegriffen sind. So steigen Ammoniakdünste aus selten gemisteten Boxen in die Pferdelunge auf und die Pferde atmen den Staub ein, der in einem Stall auf vielfältige Arten produziert wird. Gerade im Winterhalbjahr, wenn die Pferde häufig 23 Stunden am Tag in der Box stehen, sind sie einer extremen Staubbelastung ausgesetzt. Der Staub entsteht beim Einstreuen der Box, durch das Aufschütteln von Stroh und Heu oder wenn das Kraftfutter – z.B. Quetschhafer – mit Schwung in die Krippe geschüttet wird oder beim Fegen der trockenen Stallgasse.

Wenn man unter diesem Aspekt mal den Tagesablauf in einem herkömmlichen Stall betrachtet, wird man schnell zu dem Ergebnis gelangen, dass die Pferde fast den ganzen Tag in einer Staubwolke stehen. Je feiner dieser Staub ist, desto leichter dringt er in die Atemwege ein, setzt sich in den Bronchien und Lungen Alveolen fest und schädigt dort dauerhaft das Lungengewebe. Zu dem gelangen mit diesem Staub häufig auch Viren, Bakterien und Pilze in die Lunge, was zu weiteren Schädigungen führt. Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind staubige Reithallenböden. Diese Staubbelastung ist deshalb besonders gefährlich, weil die Pferde hier infolge der Arbeit, die sie in der Reithalle üblicherweise leisten, besonders tief einatmen.

Durch diese ständigen Belastungen wird aus einem zunächst akuten Husten, z.B. infolge einer Infektion, schnell ein chronischer Zustand, der schlussendlich zu einer Dämpfigkeit und damit zumindest erheblich eingeschränkter Nutzbarkeit wenn nicht sogar Unbrauchbarkeit des Pferdes als Reit- oder Fahrpferd führt. Unter Umständen leidet ein dämpfiges Pferd so stark unter seiner ständigen Atemnot, dass man es von seinen Qualen erlösen muss.

Dies kann man vermeiden, indem man einen akuten Husten (ein wirklich gesundes Pferd hustet gar nicht, auch nicht nur einmal beim ersten Antraben!) möglichst beim Auftreten der ersten Symptomen vom Tierarzt behandeln lässt.

Außerdem ist die Staubbelastung im Stall und in der Reithalle so weit wie möglich zu reduzieren. So sollten die Pferde während des Mistens und des Einstreuens nicht im Stall sein (es dauert fast eine halbe Stunde, bis sich der Staub vom Strohaufschütteln gelegt hat!). Außerdem sollte Heu nass gefüttert werden. Es reicht nicht, einmal kurz mit der Gießkanne darüber zu gehen, sondern das Heu sollte vor dem Verfüttern ungefähr eine halbe Stunde eingeweicht werden. Wer die Stallgasse vor dem Fegen nassmacht und den Reithallenboden regelmäßig wässert, trägt ebenfalls erheblich zur Gesunderhaltung der Pferde bei.

An erster Stelle steht natürlich die Qualität der Futtermittel. Hochwertige, hygienisch einwandfreie Nahrung entlastet die Atemwege.

Ist das Pferd erkrankt, so kann das Inhalieren wertvolle Hilfe bringen. Die fein zerstäubten Partikel befeuchten die Atemwege und helfen dem Pferd, den festsitzenden Schleim heraus zu fördern. Das Inhalieren beim Pferdehusten ist auch dann von Vorteil, wenn man die Atemwege einfach pflegen möchte und sie regelmäßig mit dem Nebel von Kochsalz befeuchtet.

Auch wenn es aus menschlicher Sicht nachvollziehbar ist, so schadet man den Pferden doch erheblich, wenn man bei Temperaturen unter 10 Grad alle Fenster und Türen des Stalles zumacht. Immerhin liegt die Wohlfühl-Temperatur der Pferde bei 5 Grad Celsius. Zugluft ist hier natürlich nicht hilfreich und der Misthaufen sollte auch nicht gerade direkt vor dem Stall in der Hauptwindrichtung zu diesem liegen. Desweiteren stärkt regelmäßige Bewegung das Immunsystem und Impfungen gegen Influenza und Herpes tun das Übrige zur Gesunderhaltung der Pferde.

Die Kosten einer dauernden Behandlung des Pferdehustens können im Übrigen sehr hoch werden. Wenn der Tierarzt schleimlösende Medikamente verschreibt, beispielsweise Equimucin oder Sputolysin, dann sind 50,00 bis 100,00 Euro allein an Medikation einzuplanen. Das Abhören der Atemwege und die eventuelle Gabe von Antibiotika lässt den Behandlungspreis schnell auf 300,00 Euro steigen. Wer hier frühzeitig die passende Pferdeversicherung abschließt, ist auf der sicheren Seite. Wer die Pferdekrankenversicherung abgeschlossen hat, kann die Tierarztrechnungen bei der Tierversicherung einreichen.

 

Text: Stiftung klassische Dressur e.V.

 

 

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