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Pferdehaftpflicht und OP Versicherung: Gefahren für Pferde beim Anweiden

Koliken und Hufrehe sind die Gefahren beim zu schnellen Anweiden von Pferden. Korrektes Anweiden für Pferde  Die Eisheiligen sind vorbei und das Gras auf den Weiden ist sichtbar gewachsen und saftig grün. Da wird es langsam Zeit, sich Gedanken um den zukünftigen Weidegang der Pferde zu machen.

Der Pferdebesitzer will weder seine Operationskostenversicherung wegen einer Kolik in Anspruch nehmen, noch möchte er seiner Pferdehaftpflicht einen Schaden beim Weidegang melden müssen.

Im Sinne der Pferde und auch der Pferdehaftpflichtversicherung muss der Pferdehalter zunächst einmal prüfen, ob die Einzäunung der Weide die Winterpause schadlos überstanden hat. Schließlich möchte man ja nicht, dass die Pferde, nachdem sie sich satt gefressen haben, „die Gegend unsicher machen“. Die Zaunüberprüfung ist natürlich nicht nur zu Beginn der Weidezeit vorzunehmen, sondern täglich. Des Weiteren ist mit einem entsprechenden Prüfgerät auch unbedingt zu überprüfen, ob der vermeidlich korrekt gezogene E-Zaun auch wirklich ausreichend Strom führt.

Als Nächstes ist zu überlegen, welche Pferde zusammen auf eine Weide gehen. Grundsätzlich ist es keine so gute Idee, Stuten und Wallache gemeinsam auf einer Weide laufen zu lassen. Spätestens wenn die ersten Stuten rossig werden, vergisst so manch ein Wallach, dass ihn das eigentlich nicht mehr zu interessieren hat und beginnt sich mit seinen „Rivalen“ zu schlagen, oder versucht womöglich die Stuten zu beglücken. Eine solche gemischte Herde ist genau zu beobachten. Sollte sich genanntes Verhalten zeigen, sollte man die Geschlechter aufgrund des erheblichen Verletzungsrisikos trennen.

Auch hier spielt der Faktor Pferdehaftpflichtversicherung eine wichtige Rolle, denn der Pferdehalter sollte sicher sein, dass Schäden aus der Weidehaltung im Versicherungsumfang seiner Pferdehaftpflicht mitversichert sind.

Auch die Anzahl der Pferde, die zusammen auf einer Weide laufen, muss im richtigen Verhältnis zur Größe der Weide stehen. Als Richtschnur kann man 0,5 ha pro Pferd in Ansatz bringen. Sollte die Weide erheblich weniger Fläche pro Pferd aufweisen, so ist diese ziemlich schnell abgegrast und man muss dann entsprechend Heu zufüttern. Auch ist das Risiko, dass die rangniedrigen Pferde den ranghöheren Pferden nicht ausreichend ausweichen können und somit unter Dauerstress geraten oder verletzt werden, sehr groß.

Zu dem Thema Verletzungsrisiko gehört natürlich auch die Frage, ob die Pferde mit oder ohne Eisen auf die Weide gehen. Sicherlich ist der Tritt mit einem Eisen um ein vielfaches gefährlicher, als ohne. Das Problem ist nur, dass es ja meistens einen Grund hat, dass die Pferde Eisen tragen – sie können eben gerade nicht ohne Laufen. Dieses erhöhte Verletzungsrisiko kann dadurch minimieret werden, dass man sonstige Risikofaktoren (abgegraste oder zu kleine Weide, beide Geschlechter zusammen) ausschließt.

Eine immer wiederkehrende Frage ist auch die, ob die Pferde mit oder ohne Halfter auf die Weide gehen. Gerade bei vielen Wallachen ist das Problem, dass sie sich beim Herumtoben auf  der Weide die Halfter gegenseitig ausziehen. Es ist sicherlich sehr ärgerlich, wenn man auf die Weide geht um sein Pferd zu holen und dann feststellt, dass man entweder erst mal die ganze Weide nach dem Halfter absuchen kann, oder zum Stall zurückgehen muss, um ein zweites Halfter zum Reinführen zu holen. Alternativ kann man hier eventuell einen Halsriemen verwenden, der allerdings auch nicht ohne Nachteile ist. Zum Einen ist ein Pferd am Halsriemen sehr schlecht zu führen. Zum Anderen birgt dieser ein erhebliches Verletzungsrisiko, wenn das Pferd damit hängen bleibt. Sowohl für Halfter als auch für den Halsriemen gilt, dass täglich überprüft werden muss, ob diese scheuern oder zu weit sind und das Pferd womöglich damit hängen bleiben oder einen Huf hineinbekommen könnte. Auch dürfen diese nicht zu eng sein und das Pferd beim Grasen, Kauen oder Schlucken behindern.

Soweit diese Vorfragen alle geklärt sind, geht es an das eigentliche Anweiden. Um Hufrehe, Verschlag, Kolik oder Sonstiges zu vermeiden, sollte man hier mindestens eine Woche lang die Pferde langsam an das Gras gewöhnen. Auch wenn der Pferdehalter die Kosten dieser Krankheiten in der OP Versicherung oder Krankenvollversicherung abgesichert hat, sollte er sich so verantwortungsbewusst verhalten, um die Risiken zu minimieren.

Sollten die Pferde den Winter und das Frühjahr gänzlich ohne Gras verbracht haben, so reicht hier am ersten Tag sicherlich eine Weidedauer von einer halben Stunde. Diese wird dann von Tag zu Tag gesteigert, bis dann nach 14 Tagen der ganze Tag auf der Weide verbracht werden kann.

Danach gibt es kaum etwas Schöneres, als eine Herde Pferde beim gemeinsamen Weidegang zu beobachten.

 

Text und Fotos: Stiftung klassische Dressur

 

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