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Pferde richtig transportieren
Das Fahren mit einem Gespann, speziell Richtungs- und Spurwechsel und insbesondere das Rückwärtsfahren sind nicht immer ganz einfach. Es gibt hier aufgrund des höheren Gesamtgewichtes und der größeren Länge des Gespannes im Vergleich zum normalen Pkw einige Besonderheiten zu beachten. Insbesondere muss beim gesamten Fahrstil darauf geachtet werden, dass ja hinten noch ein Vierbeiner oder zwei im Anhänger stehen, die das Ganze ausbalancieren müssen. Dies erfordert insgesamt eine vorsichtige und vorausschauende Fahrweise. Aus lauter Vorsicht ist es aber auch nicht sinnvoll nur noch mit 30 km/h unterwegs zu sein – ein solches Fahrverhalten würde andere Verkehrsteilnehmer extrem behindern und diese eventuell zu riskanten Überholmanövern provozieren.
Beim Kurvenfahren ist das äußere Vorderrad der Anhaltspunkt für den richtigen Radius. Über diesen Punkt hinaus kann der Anhänger nie kommen, da der Wendekreis des Anhängers kleiner ist als der des Zugfahrzeuges. Dies bedeutet im Gegenzug, dass man beim Abbiegen etwas ausholen muss. Dies sollte aber in Maßen geschehen, um nicht den Gegenverkehr zu gefährden. Auch sollten die Kurven bzw. das Abbiegen in einem deutlich geringeren Tempo als sonst erfolgen, um ein wildes Ausbalancieren der Pferde zu vermeiden. Es gibt zwar auch unter den Pferden wahre Kurvenkünstler, aber generell birgt eine zu schnell genommene Kurve ein hohes Verletzungsrisiko für die Pferde – insbesondere wenn diese keinen stabilen Beinschutz tragen.
Das sicherlich schwierigste Thema, was auf jeden Fall ausgiebig geübt werden sollte, ist das Rückwärtsfahren mit einem Gespann. Sicherlich kann man das Thema auch versuchen zu umgehen, indem man das Gespann immer so parkt, dass man vorwärts wieder wegfahren kann. Aber irgendwann wird der Tag kommen, an dem man von jemandem so zugeparkt wurde, dass man nur noch rückwärts weg kommt. Also besser vorher auf einer möglichst großen und überschaubaren Fläche üben, bevor die erste Rückwärtsfahrt auch noch unter erschwerten Bedingungen erfolgen muss. Das Schwierige am Rückwärtsfahren mit einem Gespann ist die Tatsache, dass der Anhänger immer in die entgegengesetzte Richtung des Lenkeinschlages fährt. Also wenn man rückwärts nach rechts fahren möchte, das Lenkrad zunächst nach links einschlagen, bis der Anhänger wie gewünscht reagiert. Dann das Lenkrad zurück in die ursprüngliche Position bringen und anschließend das Zugfahrzeug Nachlenken, also nach rechts. Das Wichtigste dabei ist nicht in Hektik verfallen, beide Außenspiegel nutzen und eventuell einen ebenfalls geduldigen Einweiser zur Hilfe nehmen. Wenn man das Rückwärtsfahren erst einmal ein paar Mal geübt hat, geht es einem irgendwann ganz leicht von der Hand.
Auch mit einem Gespann kann eine Vollbremsung erforderlich sein. Sicherlich ist das eine äußerst unschöne Situation, da eine Vollbremsung auf jeden Fall ein erhöhtes Verletzungsrisiko für das transportierte Pferd darstellt. Meist gibt es aber keine wirkliche Alternative, da eine Kollision ein wesentlich höheres Schadensrisiko darstellt, da auch dabei schließlich das Gespann recht abrupt zum stehen kommt. Um eine Vollbremsung sicher durchzuführen, muss zunächst das Zugfahrzeug gebremst werden, damit die Auflaufbremse am Anhänger aktiviert wird, damit dieser nicht mehr das Zugfahrzeug anschiebt. Dies geschieht jedoch nur, wenn das Bremspedal mit aller Kraft getreten wird.
Eine ebenfalls sehr unangenehme und gefährliche Situation ist es, wenn der Anhänger ins Pendeln gerät. Auf gar keinen Fall sollte man durch vermehrtes Gasgeben versuchen, den Anhänger „gerade zu ziehen“. Im Gegenteil, die Devise ist hier Fuß vom Gas und Lenkrad gut festhalten. Falls dies mal nicht ausreicht, kann man in dem Moment, wo der Anhänger in gerader Linie hinter dem Zugfahrzeug ist, ganz vorsichtig bremsen.
Das Thema Tierversicherung wird auch hier groß geschrieben: Für Pferde, die öfter transportiert werden, bietet sich die dauernde Transportversicherung für Pferde an. Diese sichert den finanziellen Verlust des Pferdes ab, wenn dieses in Folge des Transportes verstirbt.
Wenn Pferde nur gelegentlich transportiert werden, kann der Pferdehalter auch eine einmalige Pferde Transportversicherung beantragen. Bei dieser Pferdeversicherung wird der konkrete Transport benannt und das Pferd ist damit für diesen Transport gegen Tod oder Nottötung versichert.
Aber auch der Pferdeanhänger muss versichert sein. Hierbei hat der Pferdehalter die Wahl zwischen der Haftpflichtversicherung für Pferdeanhänger und auch der Voll- und Teilkaskoversicherung.
Text: Stiftung klassische Dressur e.V.
Foto: © lioness - Fotolia.com
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