Sterilisation / Kastration bei Katzen

Noch immer herrschen Vorurteile gegen die Sterilisation oder Kastration von Katzen und Katern. Die beruhen meist auf Unwissenheit und Ignoranz, denn tatsächlich tut man seiner Katze keinen Gefallen, wenn man sie unbehandelt lässt. Die Kastration ermöglicht sogar erst ein stressfreies Zusammenleben von Mensch und Tier und verhindert zudem ungewollten Nachwuchs, der oft ein ungewisses Schicksal hat. Da leider nicht alle Katzenhalter dies einsehen, wurde in Österreich 2005 die Kastration von Katzen mit Freigang im Tierschutzgesetz als Pflicht festgelegt. In den USA werden die meisten Kätzchen im Alter von sechs Monaten vom Züchter zur Kastration gebracht. Zuchttiere bilden eine Ausnahme.

Viele Katzenbesitzer, die sich mit der Frage quälen, ob sie ihrem geliebten Tier wirklich diese vermeintlich grausame Operation antun sollen, sollten sich die Vorteile der Kastration vor Augen führen. Sie sind zahlreich und für Hauskatzen fast zwingend. Der Tierarzt wird auf jeden Fall zur Kastration raten, egal ob für Freigänger oder reine Wohnungskatzen. Zunächst einmal wird so ungewollter Nachwuchs verhindert. Nicht immer kommt dieser im Haus zur Welt. Freigänger können auch streunende Katzen schwängern, sodass weitere Straßenkatzen zur Welt kommen. Diese haben eine traurige Lebenserwartung von nur anderthalb bis vier Jahren, während zufriedene Hauskatzen es auf 15, in Ausnahmefällen sogar über 20 Jahre bringen. Die kurze Lebenserwartung der Streuner geht auf eine hohe Welpensterblichkeit, schlechtere Ernährung und mangelnde medizinische Versorgung zurück. Wer seinen Kater mit Freigang nicht kastrieren lässt, nimmt das Elend der Straßenkatzen in Kauf. Tierschützer investieren daher viel Geld und Energie in Kastrationsaktionen von Straßenkatzen. Geld, das auch an anderer Stelle genutzt werden könnte.
Ein nicht ausgelebter oder unzureichend befriedigter Sexualtrieb führt zu Stress und Aggressionen. Dies ist bei Katzen nicht anders als beim Menschen. Vor allem Kater können aggressiv werden, zeigen ausgeprägtes Revierverhalten und markieren ihr Revier in der Wohnung mit Urin. Aber auch Katzen können durch die Hormonschwankungen zeitweise aggressiv und leicht reizbar werden. Wer rollige Katzen und ihr Katzengejammer schon einmal erlebt hat, kann sich vorstellen, wie dringend das Bedürfnis nach Paarung sein kann. Zuhause nervt das Geheul, draußen zieht es fremde Kater an, die sich gefährliche Kämpfe um das Weibchen liefern können. Ein rechtzeitig kastriertes Tier lebt daher entspannter, ist ausgeglichen und oft menschenbezogener. Ein kastrierter Kater liefert sich im Freigang keine Revierkämpfe, erleidet daher keine Verletzungen und kommt mit einem deutlich kleineren Freigangrevier aus. Bei Katzen wird durch Kastration das Risiko für Gebärmuttererkrankungen ausgeschaltet und das Gemüt ausgeglichen, sodass ein harmonisches Zusammenleben möglich ist.

Vorbehalte gegen eine Kastration waren lange die Grausamkeit der Operation und die Vorstellung, dass sterilisierte oder kastrierte Tiere träge, fettleibig, schläfrig oder inkontinent werden. All dies gilt als überholt. Tierärzte warnen lediglich vor zu schneller Gewichtszunahme kastrierter Tiere. Durch kontrollierte Futtergabe oder Diätfutter bekommt man dies leicht in den Griff. Tatsächlich können viele Katzenhalter bestätigen, dass ihre kastrierten Tiere weder fettleibig noch inkontinent oder träge sind.

Die Kastration sollte erfolgen, bevor die Tiere ausgewachsen sind. Damit werden unerwünschte Verhaltensweisen, die mit der Geschlechtsreife auftreten, wie das Markierungsverhalten von Katern, vermieden. Man sollte mit dem Eingriff nicht warten, bis die Katze geschlechtsreifes Verhalten an den Tag legt. Hat ein Kater beispielsweise mit dem unangenehmen Markieren angefangen, ist durch die Kastration nicht mehr gewährleistet, dass das Verhalten danach verschwindet. Allerdings sollte die Kastration frühestens sechs Monate nach der Geburt stattfinden, damit Urinal- und Genitaltrakte voll entwickelt sind. In den USA wird dagegen häufig bereits im Alter von drei oder vier Monaten kastriert. Am besten spricht man den richtigen Operationszeitpunkt für sein Tier mit dem Tierarzt ab.

Sterilisation oder Kastration finden natürlich unter Vollnarkose und daher unter den gängigen Operationsrisiken statt. Diese werden aber durch die Vorzüge der Kastration aufgewogen. Bei der Sterilisation werden die Eileiter der Katze oder die Samenleiter beim Kater durchtrennt. Daher können sterilisierte Tiere keine Nachkommen mehr zeugen. Ihr Sexualtrieb bleibt jedoch bestehen, denn die keimbildenden Organe wie Hoden und Eierstöcke bleiben aktiv. Dadurch entstehen Stress und die bekannten Begleiterscheinungen. Daher sollten Haustiere kastriert werden, wozu auch Tierärzte raten. Die Kastration ist heute ein Standardeingriff, den Tierärzte regelmäßig mit geübter Hand durchführen. Das Tier muss nüchtern in die Praxis kommen und wird in Narkose versetzt. Es kann nach dem Aufwachen unter ärztlicher Aufsicht nach einigen Stunden vom Besitzer wieder abgeholt werden. Anschließend sollten Katze oder Kater solange in der Transportbox bleiben, bis die Auswirkungen der Narkose deutlich abklingen. Andernfalls kann das Tier sich durch Taumeln, Stürze oder beim Versuch zu trinken weh tun. Katern wird der Hodensack geöffnet und die Hoden entfernt. Sie stecken den relativ kleinen Eingriff meist schnell weg und sind am nächsten Tag wieder ganz die alten. Bei Katzen ist die Operation etwas aufwendiger. Bei ihnen wird die Bauchhöhle geöffnet und Eierstöcke wie Gebärmutter werden entfernt. Katzen haben danach Schmerzen und bekommen häufig zudem eine Antibiotikaspritze. Nach zwei bis drei Tagen haben dann auch Katzen Kastration und Operationsnachwirkungen überstanden.

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