Reitsport - Der erste Turnierstart

Irgendwann kommt bei dem einen oder anderen Pferdebesitzer der Gedanke auf, sein reiterliches Können und die Leistungen seines Pferdes mit denen anderer zu messen – sprich er plant seinen ersten Turnierstart. Damit er dort mehr oder minder erfolgreich teilnehmen kann, muss einiges vorbereitet werden. Zunächst einmal ist zu unterscheiden, ob er an einem Wettbewerb gemäß WBO oder an einer Pferdeleistungsschau gemäß LPO teilnehmen möchte.

Die meisten Reiter meinen bei einem Turnier die Pferdeleistungsschau gemäß LPO. Hierfür ist zunächst einmal die Stamm-Mitgliedschaft in einem Reitverein, der wiederum Mitglied in dem entsprechenden Landesverband ist, erforderlich. Die Prüfungen, die auf einem solchen Turnier ausgeschrieben werden, sind in drei unterschiedliche Kategorien eingeteilt, nämlich Kategorie C, B und A. Möchte der Reiter in Kategorie B (Prüfungen ab Klasse A) oder A starten, so muss sein Pferd dafür bei der FN (Deutsche Reiterliche Vereinigung) als Turnierpferd eingetragen werden und er benötigt eine FN- Jahresturnierlizenz, den sogenannten Reitausweis.

Um diesen Reitausweis von der FN zu erhalten, benötigt der Reiter mindestens das Reitabzeichen Klasse IV. Des weiteren ist zwingende Voraussetzung, dass das Pferd nach der erforderlichen Grundimmunisierung (der Tierarzt kann hier bei Fragen weiterhelfen) im 6-monatigen Rhythmus gegen Influenza geimpft ist. Diese Impfungen sind in dem bei jedem Transport und bei jeder Teilnahme an einem Turnier o.ä. mitzuführenden Equidenpass einzutragen.

Für die Teilnahme an einer Breitensportveranstaltung gemäß WBO sind so gut wie keine bürokratischen Voraussetzungen zu erfüllen. Lediglich die Impfschutzbestimmungen sind hier genauso einzuhalten.

Sind diese Voraussetzungen alle erfüllt, kann man sich Gedanken darüber machen, an was für einer Prüfung und auf welcher Veranstaltung man den teilnehmen möchte. Hier zieht man am besten seinen Ausbilder zu Rate, da dieser normalerweise den Leistungsstand von Pferd und Reiter am ehesten beurteilen kann. Optimalerweise kann dieser einen auch auf das Turnier begleiten.

Erfahrungsgemäß ist der Reiter bei seinem ersten Turnierstart mehr oder minder aufgeregt, dem Pferd geht es da häufig nicht anders. Die Anwesenheit des Ausbilders ist deshalb von Vorteil, weil der eine oder andere Reiter vor lauter Aufregung alles bisher Erlernte hinsichtlich der optimalen Vorbereitung des Pferdes auf die Prüfung vergisst und womöglich aus lauter Aufregung die Prüfungsaufgabe zehnmal hintereinander durchreitet oder ständig über die Hindernisse auf dem Abreiteplatz springt.

Auch macht es sich bezahlt, wenn man vor dem eigentlichen Turnierstart schon ein paar Mal mit dem Pferd Anhängerfahren geübt hat und optimalerweise hat man diese Übung noch mit dem Reiten auf einem fremden Platz verbunden. Geschieht dies an dem eigentlichen Turniertag alles zum ersten Mal, so ist das Vorhaben eigentlich gleich zum Scheitern verurteilt. Überhaupt sollte man sich für den ersten Start nicht zu viel „ausrechnen“. Hierbei geht es zunächst darum, ohne größere Katastrophen den Tag zu überstehen. Wenn dabei am Ende noch eine Schleife herauskommt, so ist das sicherlich ein Grund zur Freude. Wenn nicht, so heißt dass noch lange nicht, dass die Pferd-Reiter-Paarung niemals Erfolg haben wird.   

Auch das Thema Pferdeversicherung darf hier nicht außer Acht gelassen werden. Die Pferdehaftpflicht sollte in jedem Fall bestehen. Die Pferdehafpflicht muss jedoch auch unbedingt die Schäden des Turnierrisikos absichern! Für den Transport des Pferdes zum Turnier empfiehlt sich eine spezielle Pferdeversicherung, die Pferde Transportversicherung. Hierbei kann der Pferdehalter frei wählen, ob er eine einmalige Transportversicherung oder eine dauernde Transportversicherung abschließen möchte. Dies ist abhängig davon, wie viele Turnierstarts geplant sind.

 

Text: Stiftung klassische Dressur e.V.

 

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