Reitsport- Auktionspferd – nur was für Sportreiter?

Pferdeversicherung für Sportreiter

Man hört es immer wieder, wenn jemand auf der Suche nach einem Pferd ist: Ein Auktionspferd ist nur was für Sportreiter. Sie sind zu teuer und man kann sie anschließend erst einmal für ein halbes Jahr auf die Weide stellen, weil sie völlig traumatisiert sind und von den Auktionsreitern sowieso nur „zusammengeknallt“ geritten wurden. Wenn man dann mal nachfragt, woher denn diese Erkenntnisse stammen, so wird man häufig feststellen, dass es sich dabei nur um Gerüchte handelt und keinerlei eigene Erfahrungen dahinterstehen.

Dabei liegen die Vorteile eines Pferdekaufes auf einer Auktion doch auf der Hand. Jeder, der sich schon mal auf die Suche nach einem Pferd gemacht hat, hat bereits festgestellt, wie zeit- und kostenintensiv die Pferdesuche ist. Die in Zeitungen oder im Internet zum Kauf angebotenen Pferde stehen nur in seltenen Fällen im Umkreis von 50 Kilometern. Wenn man denn auf die Idee kommt, der Verkäufer könnte einem vielleicht ein Video von dem Pferd vorab zusenden, so wird man feststellen, dass gerade Pferdeverkäufer keine Videokamera oder ein Handy mit entsprechender Ausstattung haben und auch im Freundes- oder Verwandtschaftskreis hier niemand aushelfen kann.

Hat man dann nach vielen verfahrenen Kilometern endlich ein vielleicht passendes Pferd gefunden, so taucht schon das nächste Problem auf: Wie sieht es mit der Gesundheit des Pferdes aus – sprich gibt es eine Ankaufsuntersuchung und wenn nicht, wer gibt diese in Auftrag, wer bezahlt sie und über welchen Umfang wird eine solche gemacht? Und besonders kritisch ist die Frage: Wer zahlt die Ankaufsuntersuchung, wenn der Gesundheitszustand des Pferdes nicht den Ansprüchen des Käufers entspricht, weil z.B.. ein erheblicher röntgenologischer Befund vorliegt? Spätestens jetzt ist es mit der Harmonie zwischen Verkäufer und Käufer vorbei.

All diese Probleme hat man bei einer Auktion nicht. Hier hat man an einem Ort an die 100 Pferde zur Auswahl. Sämtliche Pferde sind vor der Anlieferung zur Auktion klinisch und röntgenologisch untersucht worden, worüber es ein entsprechendes Protokoll gibt. All dies, zusammen mit entsprechenden Auskünften der selbständig tätigen Tierärzte, steht dem Käufer zur Verfügung.

Als Käufer sollte man sich möglichst die Woche vor der Auktion Zeit nehmen, um sich sowohl die tägliche Präsentation der Auktionspferde durch die Auktionsreiter unter dem Sattel und beim Freispringen anzuschauen und auch um selber die Pferde ausgiebig probe zu reiten. Die Verbände haben hier spezielle Mitarbeiter, die einem bei der Auswahl von eventuell passenden Kandidaten behilflich sind und auch die Auktionsreiter sind hier sehr auskunftsfreudig. Auch sollte man keine Hemmungen haben, dass die eigenen reiterlichen Fähigkeiten vielleicht nicht ausreichend sind und man unter den ganzen Profis ein peinliches Bild abgibt. Man wird ganz schnell feststellen, dass hier nicht ausschließlich perfekt reitende Profis am Ausprobieren sind und im übrigen interessiert es keinen wie gut oder schlecht man reitet – schließlich ist man potentieller Kunde und muss sich als solcher nicht beweisen. In diesem Zusammenhang wird man auch ganz schnell feststellen, dass die Auktionspferde keineswegs von den Auktionsreitern „zusammengeknallt“ werden.

Das kann sich keiner erlauben, denn mit solch schlecht gerittenen Pferden lassen sich keine guten Preise erzielen. Im Gegenteil – wenn man bedenkt, dass es sich größtenteils um noch sehr junge Pferde handelt und so eine Auktionshalle sehr viel Gelegenheit zum Gucken bietet, so erstaunt es doch sehr, wie gut die Pferde sich dort auch von nicht so starken Reitern reiten lassen. Dies würde bei schlecht gerittenen Pferden nicht funktionieren.

Außerdem bietet der Kauf eines Auktionspferdes noch einen weiteren Vorteil: In dem Kaufpreis ist eine Tierversicherung enthalten, die bis acht Wochen nach der Auktion 80 % Entschädigung bei Tod oder Nottötung durch Krankheit oder Unfall oder bei dauernder Unbrauchbarkeit leistet. Des weiteren besteht eine Transportversicherung für das ersteigerte Pferd.

Wichtig beim Thema Tierversicherung ist jedoch, dass der neue Eigentümer rechtzeitig eine Pferdehaftpflicht abschließt, bei der er vorab die Leistungen und den günstigen Beitrag überprüft hat.

Auch nach der Auktion bieten die Verbände einem einen umfangreichen Service an. Man sollte die Gelegenheit, sich beim Futtermeister und bei den zuständigen Pflegern und Reitern über das Pferd zu informieren nicht versäumen. Diese bieten ausdrücklich ihre Auskünfte an.

Einen Nachteil hat der Pferdekauf auf der Auktion aber unbestreitbar: Die Preisentwicklung für die einzelnen Pferde ist nicht voraussehbar und es kann passieren, dass der Favorit für einen unerschwinglich wird. Dem kann man nur entgegnen, indem man mehrere Favoriten hat.

Stichwort Preis: Wenn man nicht gerade zur Eliteauktion geht, bekommt man auch auf den Auktionen gute Freizeitpferde für kleines Geld. Man muss eben auch etwas Glück haben.

 

Text: Stiftung klassische Dressur e.V.

 

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