Hufeisen und Hufschuhe - Reitsport im Winter

Hufeisen und Hufschuhe um Reitunfall zu vermeiden

Bei der Frage, ob ein Pferd mit Hufschutz (Hufeisen oder Hufschuhe) oder barhufig gehalten wird reicht die Bandbreite der Meinungen von „Tierquälerei“ bis „Einzig pferdegerecht“.

Ob es besser ist Pferde barhufig laufen zu lassen oder sie mit einem Hufschutz zu versehen, kann nicht einfach generell – je nach Gesinnung des Pferdebesitzers - entschieden werden, sondern es ist jedes Pferd individuell zu betrachten. Viele Faktoren spielen hier eine Rolle. So ist die Haltungsform des Pferdes sehr entscheidend. Handelt es sich um ein Pferd, welches ausgewogen ernährt wird, mit einem guten Hufwachstum, welches harte, stabile und widerstandsfähige Hufe hat und welches ganztägig Bewegung auf unterschiedlichen Böden hat und bei dem zudem die Hufstellung keiner orthopädischen Korrektur bedarf, so sind die Chancen sehr gut, dass dieses Pferd ohne einen Hufschutz auskommt.

Aber auch bei diesen Pferden kann ein vorrübergehender Hufschutz – sei es nun in Form eines Beschlages (Eisen oder Kunststoff) oder eines Hufschuhes, erforderlich werden. Wird ein Pferd z.B. auf überwiegend hartem, steinigem Boden gehalten oder viel auf asphaltierten Straßen geritten oder gefahren, so hilft irgendwann auch das beste Hufwachstum nicht mehr. Das Pferd fängt an fühlig zu laufen und spätestens dann ist ein Schutz erforderlich.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Nutzung des Pferdes. Ein Spring- oder Vielseitigkeitsreiter ist aus Gründen der Sicherheit darauf angewiesen sein Pferd bei entsprechenden Bodenverhältnissen mit Stollen zu versehen.  Es wäre dem Pferd gegenüber auch sehr unfair einen Sprung zu verlangen, wenn es weder beim Absprung, noch bei der Landung einen sicheren Gripp hat. Ähnlich verhält es sich bei Fahrpferden, die bei einem Turnierstart auch häufig auf rutschigen Böden gefahren werden. Auch diese werden nicht ohne Stollen und damit einem entsprechenden Hufschutz, in dem die Stollen sicher befestigt werden können, auskommen.

Hat man als Pferdebesitzer das Pech ein Pferd erworben zu haben, welches unter einem eklatanten Stellungsfehler leidet, so kommt man häufig ebenfalls um einen orthopädischen Beschlag nicht drum herum. Auch bei einigen Erkrankungen – wie z.B. einer Hufrehe – trägt ein entsprechender Hufschutz erheblich zur Schmerzlinderung und Gesundung des Pferdes bei.

Im Übrigen bedeutet die Tatsache, dass ein Pferd in einer bestimmten Lebenssituation einen Hufschutz benötigt nicht, dass es diesen ein Leben lang tragen muss. Bei vielen Pferden geht die Umstellung von Hufschutz auf barhufiges Laufen völlig problemlos. Andere Pferde wiederrum benötigen fast ein Jahr (so lange kann es dauern, bis ein Huf komplett einmal runter gewachsen  ist), bis sie sich an das neue Laufgefühl gewöhnt haben. Solange die Pferde keine Schmerzen haben oder sonst in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind (fühlig laufen), ist es für die Hufgesundheit ohne Beschlag unbestritten am besten, da der Hufmechanismus, uneingeschränkt funktionieren kann.

Benötigt man nur temporär einen Hufschutz, weil man z.B. einen Wanderritt auf hauptsächlich harten Böden unternehmen will, so bietet sich das Anlegen von Hufschuhen an. Hier ist darauf zu achten, dass die Hufschuhe – genauso wie ein guter Wanderschuh beim Menschen – optimal sitzen. Sie dürfen nicht drücken oder sich verdrehen und müssen auch das Durchreiten von tiefem, matschigem Boden problemlos überstehen. Nichts ist ärgerlicher, als ein bei einem Ausritt verlorener Hufschuh. Allerdings sollte man auch die Hufschuhe erst mal vorsichtig und auf kurzen Strecken ausprobieren, da es bei dem einen oder anderen Pferd auch hier zu erheblichen Umstellungsproblemen kommen kann.

 

Text: Stiftung klassische Dressur e.V.

 

 

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