Von Pferdeversicherungen bis zur Ankaufsuntersuchung: Der Pferdekauf

Kauf eines eigenen Pferdes

Bei fast jedem Reiter stellt sich nach einigen Reitstunden auf mehr oder minder motivierten Schulpferden die Frage nach der Anschaffung eines eigenen Pferdes.

Zunächst sollte man – am besten unter Zuhilfenahme eines ehrlichen Freundes oder Freundin feststellen, ob die eigenen Fähig- und Möglichkeiten für ein eigenes Pferd ausreichend sind. Hier sind nicht nur die Reitkenntnisse zu hinterfragen, sondern auch die finanziellen Möglichkeiten. Zudem ist auch der Zeitfaktor nicht zu unterschätzen! Hier sind täglich mindestens zwei Stunden in Ansatz zu bringen. Die Auswirkungen dieses Zeitaufwandes auf den Familienfrieden des zukünftigen Pferdebesitzers sind nicht zu unterschätzen!

Sodann sollte sich der geneigte Pferdekäufer möglichst genau überlegen, was für ein Pferd er sich denn kaufen möchte. Um Frusterlebnisse zu vermeiden, sollten die eigenen reiterlichen Fähigkeiten im richtigen Verhältnis zum Ausbildungsstand des Pferdes stehen. Also kauft sich der Anfänger besser nicht ein rohes oder gerade angerittenes, sondern ein möglichst bereits bis L ausgebildetes Pferd.

Hat der Pferdekäufer möglichst genau definiert, was für ein Pferd er sucht (Alter, Ausbildungsstand, Größe, Preis), kann die Suche losgehen. Man sollte sich von vornherein darüber im Klaren sein, dass man bei der Suche nach dem richtigen Pferd unter Umständen sehr viel Zeit und Geld aufbringen muss und durch halb Deutschland und angrenzendes Ausland reist. Dies kann man z.B. vermeiden, wenn man sich dazu entschließt, ein Pferd auf einer Auktion zu erwerben. Diese hat den Vorteil, dass man eine sehr große Auswahl an Pferden an einem Ort zusammen hat, die auch gesundheitlich bereits alle überprüft sind. Diese Pferde kann man dann selber ausprobieren oder wer sich dies nicht zutraut, nimmt Freund, Freundin oder den Ausbilder des Vertrauens mit. Das einzige Risiko ist hierbei, dass es für das gewünschte Pferd auch andere Interessenten gibt, die über ein größeres Budget verfügen.

Apropos Budget: Man sollte zusätzlich zu dem Kaufpreis des Pferdes auf jeden Fall noch zwei bis dreitausend Euro für die Grundausstattung (Sattel, Trense, Decken, Putz- und Pflegemittel etc.) sowie eventuell auch die Kosten für eine Ankaufsuntersuchung mit einkalkulieren.

Es ist auf jeden Fall sinnvoll, nicht alleine auf Pferdesuche zu gehen. Das Risiko, dass man von seinen ursprünglichen Vorgaben abweicht, nur weil der eigentlich viel zu kleine und zu teure Braune so schöne Augen hatte, ist nämlich sehr groß. Am besten wäre es, wenn der zukünftige Ausbilder einen begleitet – zumindest bei der finalen Kaufentscheidung. Dieser kann dann zumindest aus Ausbildersicht den geplanten Kauf befürworten oder eben nicht.

Hat man sich dann für ein bestimmtes Pferd entschieden, so ist zu überlegen, ob und wenn ja, welche Ankaufsuntersuchung man macht. Eventuell hat der Verkäufer einem ja schon die Entscheidung abgenommen und es liegt für das Wunschpferd eine aktuelle (höchstens 3 Monate alt) AKU vor. Diese sollte man dann bei Fragen am besten mit dem zukünftigen eigenen Tierarzt und auch mit dem Tierarzt besprechen, der die AKU durchgeführt und in einem entsprechenden Untersuchungsbericht protokolliert hat. Nach Rücksprache mit den Tierärzten kann man dann entscheiden, ob noch weitere Röntgenbilder, z.B. vom Rücken angefertigt werden.

Sollte man sich dafür entschieden haben ein Fohlen zu kaufen, so kann man sich üblicherweise auf die klinische Ankaufsuntersuchung beschränken. Diese Frage sollte man am besten ebenfalls mit dem Tierarzt eingehend besprechen.

Ob man das zukünftige Pferd einfach per Handschlag erwirbt oder einen mehrere Seiten umfassenden Kaufvertrag zugrundelegt, ist sicherlich Geschmackssache und eine Frage des Verhältnisses zwischen Käufer und Verkäufer. Auf gewisse Formalien sollte man nicht verzichten. So ist es wichtig, dass man für das gekaufte Pferd einen Pferdepass und eine Eigentumsurkunde erhält, die auch beide zu dem gekauften Pferd passen!

Man sollte nach Möglichkeit auch in Erfahrung bringen, wie das Pferd zuvor gehalten wurde. Kennt es zum Beispiel Weidegang? Welches Futter und in welcher Menge hat es bekommen?
Ganz wichtig ist, dass man das zukünftige Pferd ausgiebig ausprobiert. Dies sollte man nach Möglichkeit nicht nur in der Reithalle tun. Gerade, wenn man ein Pferd sucht, mit dem man auch einen entspannten Ausritt machen kann, so sollte diese Situation auch ausprobiert werden.

Spätestens mit dem Tag des Pferdekaufes ist auch das Thema Pferdeversicherungen von höchster Bedeutung. Wird das Pferd beispielsweise mit dem Pferdehänger einige hundert Kilometer zum neuen Stall transportiert, so sollte eine Transportversicherung beantragt werden. Diese schützt den neuen Besitzer im Fall des Sterbens des Pferdes, vor den finanziellen Folgen.

Die Pferdehaftpflicht ist ebenso eine der Pferdeversicherungen, die vom ersten Tag an bestehen sollten. Auch hier kann es passieren, dass das neue Pferd den geliehenen Pferdeanhänger demoliert oder die Box in der ersten Nacht beschädigt.

Der dritte Aspekt der Pferdeversicherungen liegt im Bereich der Tierarztkosten. Wer verhindern möchte, dass das neu erworbene Pferd einel ebensrettende Kolikoperation nicht bekommen kann, weil das Geld nur für den Ankauf gereicht hat, der sollte in jedem Fall eine Operationskostenversicherung abschließen.

Die Reiterunfallversicherung für den neuen Pferdebesitzer darf in keinem Fall fehlen, da im schlimmsten Fall das Pferd wieder verkauft werden muss, weil der Reiter nach einem Unfall nicht mehr genug Geld zur Verfügung hat.

Text und Foto: Stiftung klassische Dressur e.V.

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