Pferde richtig verladen

Pferdetransportversicherung: Pferde richtig verladen

Vor jeder Fahrt des Pferdes mit dem Anhänger ist das Gespann auf seine Funktionsfähigkeit (Elektrik, Reifendruck etc.) zu überprüfen.

Als nächstes kommt die Frage nach der Ausrüstung für das Pferd. Diese Frage kann man nicht pauschal beantworten, da hier viele Faktoren hineinspielen. Auf jeden Fall ist sicherzustellen, dass das Pferd im Anhänger fest angebunden werden kann – es sollte also ein stabiles Halfter mit einem ebensolchen Strick tragen. Zum Verladen selbst ist am besten ein Führstrick mit einem stabilen Karabiner zu verwenden. Ein Panikhaken hat hier leider häufig die dumme Eigenschaft im falschen Moment aufzugehen. Auch sollte es sich bei dem Strick nicht um ein zu dünnes Exemplar handeln, da dieses nicht griffig genug ist. Es sollte selbstverständlich sein, dass alle am Verladevorgang beteiligten Personen rutschfeste Handschuhe tragen.

Ob das Pferd eine Decke tragen sollte, hängt zunächst einmal von der Witterung ab. Auch bei warmem Wetter ist zu berücksichtigen, dass bei einem Anhänger, welcher ja meist oberhalb der Verladerampe offen ist, bei der Fahrt der sogenannte Cabrioeffekt eintritt. Sprich der Fahrtwind schlägt hinten in den Anhänger hinein und dem Pferd somit über den Rücken. Es empfiehlt sich also auch bei warmem Wetter dem Pferd zumindest eine dünne Decke aufzulegen, um zu verhindern, dass es nach der Fahrt einen kalten und verspannten Rücken hat. Wird das Pferd auf Grund des kalten Windes krank, so muss sich der Pferdehalter wieder auf hohe Tierarztkosten einstellen, was in keinem Fall in seinem Sinn sein kann.

Handelt es sich bei dem zu verladenen Pferd noch um ein junges Pferd oder generell um ein Pferd, welches zunächst einmal das Anhängerfahren üben soll und welches das Tragen einer Decke nicht gewohnt ist, empfiehlt es sich, die Decke wegzulassen. Ansonsten kommt zu der ohnehin ungewohnten und aufregenden Situation noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu. Genauso verhält es sich mit dem Beinschutz. Kennt das Pferd keine Gamaschen, Bandagen o.ä., so kann es passieren, dass es nach dem Anlegen der ungewohnten Transportgamaschen stocksteif da steht und jegliche Bewegung Richtung Anhänger unmöglich macht. Am besten ist es, wenn man die Pferde schon vor dem ersten Verladen ausreichend mit den Transportgamaschen vertraut macht, denn generell ist ein Beinschutz zum Verladen und Anhängerfahren zum Minimieren des Verletzungsrisikos sinnvoll.

Vor dem Verladen sollte darauf geachtet werden, dass der Boden rund um die Verladerampe nicht rutschig ist und die Rampe möglichst gleichmäßig aufliegt und somit keine Stolperfalle darstellt. Auch sollten keine Gerätschaften wie Besen, Mistforken o.ä. im Weg herumstehen.

Vielfach wird die Meinung vertreten, dass der Anhänger am besten direkt an der Stallgasse steht, da das Pferd dann nicht seitlich ausweichen könne. Dieser Aspekt ist zwar richtig, allerdings besteht hier auf Grund der Enge in der Stallgasse ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Pferd und am Verladevorgang beteiligte Personen und außerdem sind viele Stallgasse auch rutschig – speziell für beschlagene Pferde. Um eine seitliche Begrenzung sicherzustellen, kann man sich auch zweier Helfer mit an der Anhängerseite befestigten Longen bedienen.

Besonders wichtig für den Verladevorgang ist, dass alle beteiligten Personen – mehr als drei Personen benötigt man üblicherweise nicht – die Ruhe bewahren. Derjenige der das Pferd in den Anhänger führt, ist die wichtigste Person. Er sollte das Pferd gut kennen und von dem Pferd als Führungsperson respektiert werden – ansonsten wird im das Pferd kaum vertrauensvoll in den unbekannten Anhänger folgen.

Wenn man einen Zweipferdeanhänger verwendet, sollte zunächst die Trennwand breitgestellt werden. Beim ersten Verladen ist es völlig ausreichend, wenn das Pferd nur auf den Anhänger geht, ohne dass die Stange hinten geschlossen wird. Es sollte dort eine Zeitlang verweilen, was man am besten mit etwas Futter erreicht. Wichtig ist, dass die Führungsperson dem Pferd nicht im Weg steht. Häufig kommt das Pferd zum Stocken, weil die Führungsperson viel Zeit aufwendet, um unter der vorderen Stange durchzutauchen. Dies kann man vermeiden, indem man die Stange zunächst wegnimmt – soweit die Bauweise des Anhängers dies zulässt.

Bleibt das Pferd eine Zeitlang ruhig auf dem Anhänger stehen, kann das nächste Verladen mit der mittig stehenden Trennwand erfolgen. Klappt auch dies, so kann im nächsten Schritt die Stange und die Rampe geschlossen werden und die Fahrt kann beginnen.

Auch das Thema Pferdeversicherung spielt hier wieder eine wichtige Rolle. Nutzt man einen fremden Pferdeanhänger, so muss in der Pferdehaftpflicht unbedingt der Schaden an fremden Pferdeanhängern versichert sein. Hat die Pferdeversicherung diesen Einschluss nicht explizit in den Versicherungsbedingungen genannt, so muss man sich eine günstige Pferdehaftpflicht suchen, die diesen Versicherungsschutz enthält.

Die nächte wichtige Tierversicherung ist hier die Transportversicherung für Pferde. Diese ist wie eine Lebensversicherung für Pferde anzusehene, denn die Tierversicherung zahlt dem Pferdehalter eine vereinbarte Versicherungssumme aus, wenn das Pferd während des Transportes verstirbt. Diese Tierversicherung unterteilt sich in die einmalige Transportversicherung und in die dauernde Transportversicherung.

 

 

Text: Stiftung klassische Dressur

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